Regentag im Mistelbacher Wald
Dicke graue Wolken hängen am Himmel, die einen regnerischen Tag ankündigen. Meine Aufgabe als Hundemutti ist klar: die Gassigänge so einplanen, dass wir möglichst alle Regenpausen abpassen. Weder Bruni noch ich haben das Verlangen, im strömenden Regen unterwegs zu sein. Bruni ist sowieso nur schwer zu überreden, sich zu bewegen, sobald Wasser von oben kommt. Aber manchmal geht‘s eben nicht anders. Vor allem, wenn man in einem vielversprechenden Moment das Haus verlässt, aber sobald man unterwegs ist, fängt es doch wieder das Nieseln an. Wir haben es aber überlebt, so viel sei schon einmal verraten. Und dabei haben wir noch einen wirklich schönen Spaziergang im Mistelbacher Wald erlebt, der bei grauem Regenwetter einen ganz eigenen Charme hat.
Besonders mir hat es gefallen, hatte ich doch meine Kamera dabei. Durch das andauernde feuchte Wetter strahlte der Wald in einem satten Grün, das uns beruhigend umgab, sobald wir die ersten Schritte auf dem weichen Forstweg machten. Der Mistelbacher Wald ist ein sehr schöner Abschnitt zwischen Bayreuth und Mistelbach, in dem man in der Regel nicht vielen anderen Menschen begegnet. Schon gar nicht bei diesem Wetter. Hier muss man sich vorbei an dicken Baumstämmen über wild wachsende Wurzeln und entlang von Rinnsalen und Bächen seinen Weg suchen.
Der Wald darf wachsen
Am schönsten finde ich Wälder, wenn sie so wachsen dürfen, wie sie wollen. Nicht vom Menschen in eine Form gezwungen, um möglichst viel Profit daraus schlagen zu können, sondern frei, wie die Natur es vorgesehen hat. Zugegeben, das trifft nicht gänzlich auf den Mistelbacher Wald zu. Trotzdem findet man hier deutlich mehr solcher Momente als in anderen Wäldern der Region. Von verwildertem Dickicht, das beinahe wie eine grüne Wand wirkt, über plätschernde Bachläufe, die sich ihren Weg mal, mal weniger malerisch durch die Pflanzen bahnen bis hin zu krummen oder umgestürzten Bäumen.
Über viele Brücken wirst du gehen
Dort, wo die Wege im Mistelbacher Wald über die Bäche führen, sind einfache Holzbrücken gebaut, sodass die Füße trocken bleiben. Alle Angaben ohne Gewähr! Denn gerade bei Regenwetter mischt sich der Boden in Ufernähe gerne zu einer braunen, rutschigen Masse, in der man steckenbleiben oder ausrutschen kann. Nicht alle Brücken sind noch einwandfrei in Schuss. Manchmal ist eindeutig, dass die Zeit – und sicherlich der ein oder andere Käfer bzw. deren Larven – an den Holzgeländern genagt haben. Also Augen auf.
Ab wann ist ein Wasserfall ein Wasserfall?






Ich möchte nicht zu viel versprechen, aber es gibt im Mistelbacher Wald sogar kleine Wasserfälle. Bevor deine Vorfreude ins Unermessliche steigt, lass mich kurz hinzufügen: Ja, es fällt Wasser über eine kleine Strecke nach unten (und ist das nicht die Definition eines Wasserfalls?), trotzdem ist es nicht wirklich spektakulär. Außerdem ist er mittlerweile leider meistens ausgetrocknet, sodass man sich vorher nicht zu große Hoffnung darauf machen sollte. In meinen Augen lohnt sich der Weg auch wenn das Wasser nicht fließt. Lies in meinem Beitrag zum Arzloch mehr darüber.
Ein Paradies für Tiere
Wahrscheinlich kannst du dir nach meinen Beschreibungen schon vorstellen, dass dieser Ort ein schöner Lebensraum für Tiere ist. Meistens ist das auch so, außer vielleicht zu Feiertagen, an denen Familien wandern gehen und viele laute Kleinkinder den Wald in Beschlag nehmen. Ansonsten ist es nicht ungewöhnlich, Rehen zu begegnen. Natürlich verstecken sich im Unterholz jede Menge Krabbeltiere und bei dem ganzen Wasser fühlen sich auch Frösche wohl, die nicht unbedingt Lust auf ein Fotoshooting haben.
Für Bruni bedeutet der Wald eine spannende Abwechslung zu unseren sonstigen Gassistrecken. Hier kann sie über Wurzeln springen und auf dem Waldboden richtig Gas geben. An den vielen Sträuchern, Bäumen und Pfützen riecht es interessant, sodass die Zoomies immer mal wieder unterbrochen werden müssen, um zu erforschen, wer vorher an der Stelle unterwegs war. Ich hoffe also, dass sie mir verzeiht, dass wir es nicht ganz trocken nach Hause geschafft haben.
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